COntra-Pipeline

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Das Risikopotential von neun Gaspipelines

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Das Öl- und Gaspipelinenetz der USA hat eine Länge von ca. 4 Mio. km. Im Schnitt der letzten 10 Jahre kam es dort zu 42 ernsten Zwischenfällen. So wurden im September 2010 bei der Explosion einer Gaspipeline acht Menschen getötet und 38 Wohnhäuser zerstört.

Aus diesen Zahlen errechnet sich ein "Pipeline-Restrisiko" von einer schweren Havarie in 95.000 Jahren - pro Kilometer. Bezogen auf eine 67 km lange Gas-Pipeline bedeutet das eine Katastrophe irgendwann zwischen jetzt sofort und 1.400 Jahren. Das erscheint den Amerikanern als zu hoch, weshalb sie eine nationale Pipeline-Initiative gestartet haben, um die Sicherheit ihres Pipelinenetzes zu erhöhen.

Der tödliche Wirkradius eines unkontrollierten Gasaustritts an einer Erdgaspipeline ist allerdings viel geringer als im Falle eines unkontrollierten Kohlenmonoxid Gasaustritts an einer CO-Pipeline. Im Fall der Erdgasleitung liegt er bei ca. 500 m, hervorgerufen durch Explosion und Feuer. Die Gefahr im Falle einer CO-Pipeline potenziert sich hier jedoch noch einmal, wenn es genau nicht zu einer Zündung des austretenden Gases kommt. In diesem Fall strömt das giftige, farb- und geruchlose Gas unter hohem Druck aus und wirkt bis in eine Entrfernung von 1000-1500m tödlich.

Bei einem Gefährdungsradius einer normalen Gaspipeline - 500m - liegen nur 79 ha im unmittelbaren Gefährdungsbereich. Die CO-Pipeline streicht aber einen Radius von 1000 - 1500m um eine Bruchstelle ab, also 315 - 707 ha. Das gefährdete Gebiet bei einer Leckage einer CO-Leitung ist damit schnell neunmal größer. Und damit auch die Zahl der potentiellen Opfer und der Umfang einer dann zu koordinierenden Rettungsaktion, einschließlich der ständigen Vorhaltung einer ausreichenden Anzahl an Druckkammern zur Erstversorgung überlebender CO-Opfer.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einem ernsten Zwischenfall an der 67km langen Pipeline zu Opfern kommt, liegt also um den Faktor neun höher als bei einer normalen Gaspipeline. Verschärfend wirkt dabei der Umstand, dass hier im Rheinland eine sehr hohe Bevölkerungsdichte vorliegt. Und schließlich ist da auch noch das Problem der Wirkzeit. Das CO-Gas wirkt ab dem dem Zeitpunkt des Ausbruchs sofort tödlich und bleibt aufgrund seiner Beschaffenheit (farb- und geruchlos) für im Wirkraum befindliche Lebewesen gänzlich unbemerkt.

Konservativ gerechnet bringt es eine CO-Pipeline also auf ein Gefährdungsäquivalent von neun gleichzeitig explodierenden Gaspipelines. Umgerechnet auf die US Gaspipelines entspräche dies - was die Opferzahlen betrifft - 378 ernsten Zwischenfällen pro Jahr. Was das für die Bevölkerung hier im Rheinland im Ernstfall bedeuten könnte, ist dann wohl mit den Menschenopfern der Majas vergleichbar.

 

CO-Pipeline als gesellschaftliche Mutprobe

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Der Vollbruch einer CO-Pipeline ist für die betroffene Wohnbevölkerung weder Risiko noch Chance, sondern ein apokalyptischer Schicksalsschlag. Aber die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schicksalsschlägen kann von Politik und Industrie schlecht unters Volk gebracht werden. Risiko dagegen hört sich viel besser an. Risiko, das hat was Sportliches, Dynamisches. Ganz nach dem Geschmack der smarten Jungs im Bayer-Vorstand. Eine Mutprobe für alle. Außer für sie selbst - selbstverständlich.

(Aus "CO-Pipeline-Press" April 2011)

 

Was ist Risiko?

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Wird der falsche Bezug bei Risikofestlegungen getroffen?
Eine Überlegung anhand von AKW und CO-Pipeline

Die Ereignisse in Fukushima zeigen, bei falscher Bezurgsgröße zur Ermittlung des Risikos vernachlässigen Sicherheits- oder Gefährdungseinschätzungen das eigentliche Risiko und die daraus entstehenden katastrophalen Auswirkungen. Das Risiko eines Kernkraftwerkes ist zweiffelllos der unkontroliierte Austritt von radioaktivem Material und wäre damit auch richtige Bezugsgröße.

Deshalb kann die Sicherheit oder das Risiko sich nicht an der möglichen Stärke eines Erdbebens, der Höhe eine Tsunamiwelle oder der Wahrscheinlichkeit eines Fluzeugabsturzes oder Meteoriten auf ein Atomkraftwerk (AKW) orientieren. Denn niemand kann für dieses Ereignis eine Häufigkeit oder Obergrenze garantieren. Das eigentliche Risiko ist latent immer im Hintergrund vorhanden. Das gilt natürlich in gleicher Weise auch für die 67 km lange CO-Pipeline von Bayer. Das Risoko ist nicht die bei der Pipeline angewandte Technik, sondern die bei einem Leckschlagen der Leitung austretende Menge an CO, die Großteile der Anlieger schwer schädigen oder töten kann. Demnach wäre als Restrisiko lediglich der Austritt von beispielsweise max. einem Kubikmeter CO statthaft. Die Realisierung eines solch hohen Sicherheitsniveaus würde allerdings einen enormen und nicht mehr wirtschaftlichen Aufwand bedeuten. Sicherheit und Kosten stehen in enger Abhängigkeit: Je höher die Sicherheit, umso höher sind die Kosten.

Bei einem GAU, sprich Totalbruch der Leitung, sind katastrophale Folgen zu erwarten. Und das ist unabhängig von einem durch Berechnung nach technischen Gegebenheiten (falsche Bezugsgröße) ermittelten zumutbaren Restrisiko. Insofern ist das Restrisiko auch nicht aus der Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Lecks ableitbar. Auch hier sind die Obergrenzen einer möglichen Leitungszerstörung durch äußere Einwirkungen wie Baggerarbeiten, Terroristen, Erdbeben, Korrosion usw. nicht definierbar.

Daraus folgt: Die Verlagerung eines Betriebsrisikos ohne Ausschluss des Risiikos ist ethisch, gesellschafts- und gesundheitspolitisch unverantwortlich. Jeder Versuch, eine Akzeptanz bei der Bevölkerung herzustellen, ist nutzlos. Gesellschaftlich sind hohe Risikoakzeptanzen nur erreichbar, wenn das freiwillig in Kauf genommene Restrisiko belohnt wird, z.B. Flugreise = Zeitgewinn / Urlaub, oder das Volk seine staatliche Integrität durch feindliche Armeen bedroht sieht. Erzwungene Risiken wie AKW oder CO-Pipeline sind daher als nicht akzeptabel abzulehnen.

(Aus "CO-Pipeline-Press" April 2011)

 

Infostand beim Duisburger Umweltmarkt

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Bei strahlendem Wetter fand auch dieses Jahr der Umweltmarkt in Duisburg statt.Infostand beim Umweltmarkt 2011

Auch die BI COntra-Pipeline Duisburg Süd beteiligte sich mit einem Infostand daran.

Vielen Interessierten Besuchern wurden die Ziele der Initiative, die Verhinderung der Bayer Giftgasleitung durch Wohngebiete, erläutert. Auch die neuesten Entwicklungen nach dem Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts waren Thema der vielen Diskussionen.

Dabei gab es Kaffee, Kuchen und vom Apfelparadies Wittlaer gespendete Äpfel. Auch durch die attraktive Aufmachung des Standes mit Rosen, die von Rosen Ruhland zur Verfügung gestellt wurden, wurde das Interesse an dem Kampf der Bürgerinitiativen geweckt.

Viele Gespräche und Erfahrungsaustausch wurden geführt, u.a. auch mit Dieter Donner, dem Verantwortlichen der BI aus Hilden. Auch weitere Unterschriften füllten die ausgelegten Listen.

Alles in allem ein großartiger Einsatz und ein weiterer Erfolg unserer Initiative. Vielen Dank an alle Mithelfer und Mithelferinnen.

Weitere Bilder im Fotobereich

 

Zum Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts

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Das Urteil und die darin nicht angesprochenen Wahrheiten

Das Verwaltungsgericht verhandelte im Wesentlichen lediglich 2 Gutachten: Erdbebensicherheit und Materialfragen /  Korrosion.

Alle anderen bekannten Baumängel sowie Geogridmatten-Probleme usw. standen nicht an.

Trotzdem war es wieder eine schallende Ohrfeige für Bayer und die damalige Bezirksregierung.

Man muss sich nur mal vorstellen: Ohne die Klägeraktivitäten und die beharrliche Arbeit der Bürgerinitiativen wäre die CO-Pipeline nach dem Bauzeitenplan Ende 2007 in Betrieb gegangen, und zwar ohne Kampfmittelräumung, mit 19,5 bar und wie angekündigt später mit 40 bar. Zu diesem Zeitpunkt hätte sie dem Titel „Die tödlichste Pipeline“ der Welt alle Ehre gemacht.

Welche Skrupellosigkeit und Menschenverachtung treibt nur die dafür Verantwortlichen?

Jetzt oder später, falls die vom Gericht zur Erdbebensicherheit verlangten Nachbesserungen erledigt wären, hätte sie sich von der „Tödlichsten Pipeline der Welt“ zur „Unsichersten Pipeline der Welt“ hochgearbeitet, was aber letztendlich zu den gleichen katastrophalen Ergebnissen führt.

Was bewegt nur die Landespolitik und die Landesmutter Hannelore Kraft, dass sie das Votum von 10 Städten / Gemeinden, die sich durch Beschlüsse gegen die Pipeline ausgesprochen haben, nicht zur Kenntnis nimmt. Ist ihr Bayer so nah?

Immerhin wohnen in diesen 10 Städten / Gemeinden ca. 1,5 Millionen Bürger.

Was bewegt nur die Fa. Bayer, einstmals versehen mit dem Ruf durch ihre Pharmasparte der Gesundheitsvorsorge und Heilung auch dieser 1,5 Mio Bürger zu dienen, wenn sie solche Projekte, die Null Arbeitsplatzrelevanz haben und nur der Gewinnmaximierung dienen, mit Gewalt und Geld durchsetzten will?

Bayer riskiert seinen Ruf, schadet der übrigen Industrie durch die schlampige Abwicklung des Projekts, und bei einem GAU der CO-Pipeline wäre der Chemiestandort NRW für alle Zeiten erledigt.

Ist denn niemand da, in der Politik oder bei Bayer, der die Reißleine zieht?

Auch nicht der neue Vorsitzende Dr. Marijn Dekkers, der doch so sehr interessiert ist, Marktführer in der Pharmasparte zu werden? Zudem auch unverblümt sagt, falls sich ein Pharmazukauf abzeichnet, wird die Chemiesparte verkauft.

Gott sei Dank funktioniert die Rechtsprechung in NRW.

Die Politik aber tut alles um Politikverdrossenheit und Politikerverdrossenheit auf eine neue Dimension der Politikerverachtung zu steigern.

 


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Als in NRW das Allgemeinwohl abgeschafft wurde

Das Buch:

Konrad Wilms: Als in NRW das Wohl der Allgemeinheit abgeschafft wurde

Bei der Initiative COntra-Pipeline oder hier.

Zur Seite des Autors Konrad Wilms geht es hier:

Unsere Kontoverbindung

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Verwendungszweck:
BI COntra–Pipeline


Unser diesjähriges Adventtreffen findet am 16.12.2016 im Gemeindesaal der kath. Kirche statt. Beginn 18 Uhr.
Bei Glühwein und Schmalzstullen wollen wir gemütlich  diskutieren. In Anbetracht der fast leeren BI-Kasse wäre ein Beitrag von 3 € von jedem erforderlich.

CO-TV-Spot

Ausgewählte Filmausschnitte aus dem Widerstand gegen die CO-Pipeline (Zum Wiedergeben auf das Video klicken)

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